Pyro, Party und Autokorsos: Türken rasten nach Last-Minute-Sieg völlig aus (2024)

Am Mittwochabend wurde Hamburg rot-weiß! Im Volksparkstadion traf die türkische Nationalmannschaft im letzten EM-Vorrundenspiel in der Hansestadt auf Tschechien. DieTürken feierten einen emotionalen Sieg – und fordern jetzt Ralf Rangnicks Österreicher im Achtelfinale. Bei zwei Fanmärschen in Stellingen und auf St. Pauli ging es bereits am Nachmittag heiß her. Die Polizei begleitete die Fans, dabei kam es auch zu Pyro-Ärger. Nach dem Last-Minute-Sieg eskalierte die Lage auf dem Kiez völlig.

Wir beenden an dieser Stelle unsere Berichterstattung und bedanken uns recht herzlich für Ihr Interesse. Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen:

Veranstalter ziehen Bilanz: So viele Fans kamen auf das Heiligengeistfeld

01.10 Uhr: Wie die Veranstalter am späten Mittwochabend mitteilten, kamen insgesamt rund 32.600 Fans am Mittwoch auf das Heiligengeistfeld. Über die gesamte Vorrunde hinweg seien es sogar 350.000 Menschen gewesen: „Wir haben Fans aus allen Nationen hier auf der Fan Zone begrüßen dürfen, die friedlich und gemeinsam gefeiert haben. Für die K.o.-Rundenspiele wünschen wir uns weiterhin ein so nettes Miteinander, spannenden Fußball und viele Gäste“, sagte Veranstalter Uwe Bergmann. Auch die Polizei zog noch in der Nacht eine erste positive Bilanz. Die Stimmung sei friedlich geblieben.

Am Donnerstag und Freitag pausiert die EM 2024 erstmals. Am Samstag werden dann die ersten Achtelfinalpartien ausgetragen: Um 18 Uhr tritt die Schweiz gegen Italien an, bevor Deutschland um 21 Uhr gegen Dänemark spielt. An diesem Tag öffnen Fan Zone und Public Viewing um 16 Uhr und bleiben bis Abpfiff des Deutschlandspiels geöffnet.

Hupkonzerte und Autokorsos: Last-Minute-Sieg lässt türkische Fans ausrasten

23 Uhr: Nach einem spannenden Spiel samt Last-Minute-Treffer gewinnt die Türkei mit 2:1 gegen die Tschechen. Für die Türken geht es im Achtelfinale am Dienstag (21 Uhr) in Leipzig gegen Österreich weiter. Auf der Fan-Zone eskaliert die Lage komplett: Zigtausend türkische Fans feiern ihr Team, zünden Bengalos, liegen sich in den Armen. Ein Fan stemmt dabei sogar eine Bierbank wie einen Pokal in die Höhe – Ekstase pur! Und auf den Straßen geht nichts mehr: Mit Hupkonzerten und Autokorsos geht die türkische Party-Nacht los, das bringt der Verkehr rund um St. Pauli weitgehend zum Erliegen. Dabei war die Reeperbahn bereits vor Abpfiff vorsorglich gesperrt worden.

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So liefen die Fanmärsche in Stellingen und auf St. Pauli

20 Uhr: Es ist eingerichtet. Die Fans sind im Volksparkstadion und in der Fan-Zone ohne besondere Vorkommnisse angekommen, fiebern dem letzten Vorrundenspiel entgegen. Vorfreude liegt in der Luft.

Da sind sie ja! Die türkischen Fans erreichen das Heiligengeistfeld. Marius Röer

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19.25 Uhr: Da sind sie ja! Die Fans erreichen jetzt das Heiligengeistfeld. „Herzlich willkommen an der Fan Zone – alle vier Eingänge sind geöffnet, bitte übersteigen Sie keine Absperrungen“, warnt die Polizei. Auf den Party-Bus mag keiner mehr warten, er bildet das Schlusslicht – mal wieder. Auf dem Fest dürfte es schlagartig rot werden, zumindest von der Optik her.

Deutlich weniger Fans als erwartet auf dem Kiez

In der Spitze zogen laut Polizei rund 1000 statt der erwarteten 10.000 Menschen durch den Kiez. Dafür waren aber mit rund 18.000 deutlich mehr türkische Fans in Stellingen unterwegs als erwartet, sagte ein Polizeisprecher am Abend zur MOPO. Etwa 2500 Tschechen hatten sich außerdem von der Trabrennbahn Bahrenfeld auf den Weg zum Volksparkstadion gemacht.

Pyro-Ärger auf der Reeperbahn: Trotz mehrfacher Polizei-Durchsagen zünden türkische Fans immer wieder Bengalos an. Marius Röer

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19.15 Uhr: Weit ist es nicht mehr bis zur Fan-Zone: Der Partyzug erreicht gerade die tanzenden Türme. Von der Polizei sind Ansagen auf Türkisch zu hören. Die Lage bleibt entspannt.

18.55 Uhr: Nachdem es bereits in Stellingen Pyro-Ärger gab, werden nun auch auf der Reeperbahn auf Höhe des Clubs Pink Palace Bengalos gezündet. Die Polizei fordert die Fans mehrfach auf, dies zu unterlassen – vergeblich. „Die Leute können nicht atmen“, heißt es. Auf der rechten Straßenseite bleiben gelingt auch nur eingeschränkt. Eine Polizeikette schiebt immer wieder Teilnehmer zurück in die Spur. Der Bus erreicht gleich den Spielbudenplatz.

Diese vier Männer sind in Osmanischen Efe-Kostümen unterwegs. Marius Röer

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18.45 Uhr: Er wird von Fans umringt, jeder will ein Selfie mit ihm machen: Udi Neco (44) aus Köln hat sich in kurzer Zeit zu einem Fußball-Phänomen gemausert. Mit schwarz geschminktem Gesicht und weiß gefärbtem Bart ist er Besiktas Istanbuls wohl bekanntester Ultra. Eigenen Angaben zufolge ging er mit seinem Kostüm auf Social Media viral, sogar der Klub-Präsident habe ihn schon empfangen.

Auch Besiktas Istanbul-Ultra Udi Neco (44) aus Köln ist beim Fanmarsch dabei. Marius Röer

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18.35 Uhr: An der Kreuzung Holstenstraße/Nobistor herrscht nun zunehmend Partystimmung. Erneut wird am Bus der beliebte „Halay“-Volkstanz performt. Doch kaum ziehen die Fans weiter zur Reeperbahn, gibt es wieder Ärger: Der Bus hängt schon wieder hinterher, es folgt eine wütende Durchsage vom Oberdeck.

Der türkische Fanzug hat die Reeperbahn erreicht. Marius Röer

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Ordner von den Fans genervt: „Bleibt hinter dem Bus!“

18.20 Uhr: Nachdem der Bus lange das Schlusslicht bildete, ist er inzwischen an der Spitze des Zugs. Die Fans werden gebeten, hinter dem Fahrzeug zu bleiben. Das klappt so mittel. Und die Ordner sind genervt: „Auf der Reeperbahn haben wir nur die zwei rechten Spuren, bitte bleibt hinter dem Bus!“, teilen sie per Lautsprecher mit.

18.05 Uhr: Inzwischen ist der Fan-Zug deutlich größer geworden, rund 700 Menschen ziehen laut Polizei aktuell durch St. Pauli. Der Zug weckt das Interesse der Anwohner entlang der Holstenstraße: An Fenstern und auf Balkonen stehen überall Menschen, schauen zu und filmen mit. Der Umzug hat sich nicht überall rumgesprochen.Eine ältere Radfahrerin steht verwirrt am Straßenrand: „was ist denn hier los?“, fragt sie eine junge Teilnehmerin, eingehüllt in eine Türkeiflagge. „Fußball!“, kommt prompt die Antwort.

Melis (23) und Firat (21, r.) beim Fanmarsch auf dem Kiez. Beide tippen auf einen Türkei-Sieg! Marius Röer

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17.55 Uhr: Der Marsch setzt sich nun doch ein paar Minuten früher als geplant schon in Bewegung Richtung Heiligengeistfeld. Unter den Fans sind auch Melis (23) und Firat (21, r.): „Bisher ist die Stimmung schon gut, aber ich hoffe, es wird noch voller. Wir wollen auf jeden Fall zur Fanzone, auch wenn wir länger anstehen müssen“, sagt Firat zur MOPO. Sein Tipp: Türkei gewinnt 2:0. Melis Tipp: 2:1 – „wenn die Türkei gewinnt, wird auf jeden Fall weiter gefeiert, wenn nicht, mal sehen“. Weiterkommen könnte die Türkei im Übrigen auch trotz Niederlage …

Gesang, Halay-Tanz, Trommelspiel: Türkische Fans sorgen für Mega-Stimmung auf dem Kiez. Marius Röer

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17.40 Uhr: Szenenwechsel! Auch beim zweiten türkischen Fanmarsch auf dem Kiez steht auf der Holstenstraße ein Doppeldeckerbus mit lauten Boxen bereit, allerdings ein anscheinend geliehenes Fahrzeug von der Stadtrundfahrt. Dafür hängen Flaggen auf allen Seite herunter.

Kein Vergleich zu Stellingen: Laut unseren Reporter sind rund 400 bis 500 Menschen da – darunter sehr viele Kinder und Kleinkinder. Die Stimmung ist gut, vor dem Bus halten sich alle an den Händen und tanzen zu Gesang und Trommelspiel – der Tanz heißt „Halay“. Der Marsch zur Fanzone soll erst um 18 Uhr starten.

Feuerwehr Hamburg warnt erneut vor Pyrotechnik

17.15 Uhr: Immer wieder hält der Zug an, für eine kurze Tanz- und Hüpfeinlage, danach geht es weiter. Erneut explodieren Böller unter der Brücke. Die Menge reagiert jedes Mal mit Pfiffen und Getröte. Langsam laufen die auch Schlusslichter dem Tunnel entgegen. Unterdessen fordert die Hamburger Feuerwehr die Fans auf, keine Pyrotechnik abzubrennen: „Pyrotechnik ist gefährlich und im Stadion, im Bereich der U- und S- Bahn sowie dem Fanfest streng verboten“, heißt es auf X.

Aus aktuellem Anlass weisen wir erneut auf die Gefahr von Pyrotechnik hin!@PolizeiHamburg https://t.co/9zbgfoob72

— FEUERWEHR HAMBURG (@FeuerwehrHH) June 26, 2024

Böller, Bengalos, „Türkiye“-Rufe: Die türkischen Fans laufen vor dem EM-Spiel im Volksparkstadion heiß. Marius Röer

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17 Uhr: Der Fanmarsch setzt sich in Bewegung in Richtung Volksparkstadion – vorne voran fährt der Doppeldeckerbus. Auf der Anreise löste der Bus südlich des Elbtunnels im Übrigen die Höhenkontrolle aus. Es wird fleißig gesungen: Unter „Türkiye“-Rufen zieht die Menge in den Straßentunnel unter der Eisenbahn ein, Rauchschwaden verdecken zunehmend die Sicht auf den Tunneleingang. Gefühlt jeder Zweite hat sein Handy in der Hand und filmt. Auch erste Böller werden gezündet.

Rot-weiße Party in Stellingen! Der türkische Fan-Marsch setzt sich in Bewegung – vorne voran fährt der Doppeldeckerbus. Marius Röer

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16.40 Uhr: Eine halbe Stunde vor Abmarsch ist der Bahnhofsvorplatz in Stellingen schon so gut wie voll. Zahllose Türkei-Flaggen sind an Stöcke oder gleich um die Schultern gehängt, immer wieder wird Feuerwerk und rote Bengalos gezündet.

Das Publikum ist so gemischt wie nur möglich: Mit dabei sind auch viele junge Frauen. Marius Röer

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Von einem Doppeldeckerbus aus wird die euphorische Menge animiert. Das Publikum ist so gemischt wie nur möglich: Jung, alt, Männer, Frauen, alle sind da. Hier und da werden Türkeischals feilgeboten, für 10 Euro das Stück.

16.30 Uhr in Stellingen: Tausende Türkei-Fans bereiten sich auf den Fan-Marsch zum Stadion vor. Daniel Dörffler

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EM-Fanmärsche in Stellingen und auf dem Kiez: Polizei rechnet mit Zehntausenden Fans

Rund 140.000 Menschen mit türkischer Staatsbürgerschaft oder türkischem Migrationshintergrund leben in Hamburg, außerdem könnte das Wetter besser kaum sein – entsprechend riesig dürften die Fanmärsche werden: Der erste startet an der S-Bahn-Station Stellingen und geht zum Volksparkstadion, wo um 21 Uhr das Spiel gegen Tschechien angestoßen wird.

Der Fan-Walk wird vom türkischen Fußballverband organisiert – nur Türkeifans, die auch tatsächlich ein Ticket für das Spiel haben, dürfen teilnehmen. Um 17 Uhr soll sich die Menge in Richtung Stadion in Bewegung setzen. Die Polizei rechnet mit etwa 10.000 Teilnehmern, sagte ein Sprecher.

Europameisterschaft in Hamburg: Türkischer Fanmarsch zum Heiligengeistfeld

Der zweite Fanmarsch wird von der Türkischen Gemeinde Hamburg, einem Dachverband verschiedener Vereine türkischstämmiger Menschen, organisiert. Er startet um 17.30 Uhr an der Ecke Holstenstraße/Max-Brauer-Allee. Über die Reeperbahn geht es dann zum Fan-Fest auf dem Heiligengeistfeld auf St. Pauli. 15.000 bis 20.000 Menschen sollen laut Veranstaltern an dem Marsch teilnehmen. Die Polizei geht allerdings von etwa 10.000 Teilnehmern aus.

Etwa 2500 Tschechen werden sich außerdem ab 17.30 Uhr von der Trabrennbahn Bahrenfeld auf den Weg zum Volksparkstadion machen.

Für das riesige Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld rechnen die Veranstalter mit 25.000 bis 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Wohl rund 80 Prozent werden türkische Fans sein – auch das Heiligengeistfeld wird also rot leuchten. Das Public Viewing öffnet seine Tore für alle Fans um 18 Uhr.

„Fan Zone“ in Hamburg: Diese Spiele werden gezeigt

In der „Fan Zone“ gezeigt werden die Spiele Slovakei gegen Rumänien, Ukraine gegen Belgien (jeweils ab 18 Uhr) und parallel zum Türkei-Spiel auch die Partie Georgien gegen Portugal (ab 21 Uhr). Die „Fan Zone“ öffnet um 16 Uhr. Um 17.15 Uhr tritt das DJ-Duo „The Disco Boys“ auf, um die Menge in Partylaune zu bringen.

Aber Vorsicht – es wird heute heiß auf dem Heiligengeistfeld! Bis zu 29 Grad sollen es werden. „Trefft bitte unbedingt Sonnenschutz-Vorkehrungen und trinkt genug“, so der Appell der Veranstalter an die Fans.

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Den Besuchern sollen drei kostenlose Trinkwasserbrunnen zur Verfügung stehen. Hier können die Fans Pfandbecher sowie nicht verschlossene Kunststoffflaschen (Maximalgröße 0,5 Liter) auffüllen und mit aufs Gelände bringen. Verschlossene Flaschen sowie Glasflaschen sind nicht erlaubt, da sie als Geschosse missbraucht werden könnten.

Auf der gesamten Fläche sind außerdem 15 Sonnencreme-Spender verteilt. Noch besseren Schutz vor Sonnenbrand sollen Sonnenschirme und Sonnensegel in der „Fan Zone“ sowie im Public-Viewing-Bereich bieten.

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